Jaipur „The Pink City“

Mit dem Zug fahren wir von Agra nach Jaipur. Am Bahnhof werden wir, wie immer bei unserer Ankunft an einem neuen Ort, von einer ganzen Horde von geschäftstüchtigen Männern belagert. Jeder bietet uns seine Dienste an und möchte mit uns ins Geschäft kommen. Von allen Seiten reden alle gleichzeit auf uns ein. Wir stellen uns auf die Seite, weit weg von den Fahrern um uns zu orientieren und beginnen erst dann zu verhandeln. Schließlich einigen wir uns auf einen Preis (60Rp/0,75 Cent) und unser Fahrer drückt aufs Gas.

Diesmal beziehen wir ein Zimmer in einem Guesthouse “The Explores Nest” (400 Rp/€ 5 p.P). Am späten Abend werden wir von der Dame des Hauses begrüßt. Nach einem kurzen Smalltalk führt sie uns durch ihr Haus und zeigt uns anschließend unser Zimmer.

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Der Raum ist sehr groß und wirklich schön eingerichtet. Uns gefällt es auf Anhieb hier.

Jaipur ist wirklich eine spannende und geschichtsträchtige Stadt, gekennzeichnet durch eine berauschende Mischung aus Alt und Neu und gleichzeitig die Hauptstadt des Staates Rajasthan. Der erste Eindruck fällt positiv aus.

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Hawa Mahal

Hawa Mahal, auch der Palast der Winde genannt, ist das auffälligste Wahrzeichen von Jaipur. Der Palast wurde wabenartig gebaut und besteht aus rosafarbenem Sandstein. Angeblich hat der Palast an die 953 kleine Fenster, diese dienten den weiblichen Mitgliedern des königlichen Haushaltes um das Treiben und die Prozessionen in den Straßen mit zu verfolgen.

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Der Palast hat fünf Stockwerke und ist 15 Meter hoch. Die Zimmer sind klein und mit farbigen Fenstergläsern versehen, die ein schönes warmes Lichtspiel im Inneren zaubern.

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Wir laufen durch die engen Gänge und erkunden den Palast. Zwischendurch werden wir immer wieder aufgehalten und nach Fotos gebeten.

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„Photo, madame please.“

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Wir sagen natürlich nicht Nein und warten geduldig, dass jeder einzelne ein Bild mit und von uns bekommt. :D

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Jaipur wird auch die “Pink City” genannt. 1876 ließ Maharadscha Ram Singh die ganze Altstadt anlässlich eines Besuchs des Prinzen von Wales in Rosa streichen, der Farbe der Gastfreundschaft. Heute sind die Bewohner der Altstadt per Gesetz dazu verpflichtet, die rosafarbenen Fassaden zu erhalten.

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Nach so viel Sightseeing suchten wir uns in der prallen Mittagshitze ein nettes Restaurant. In der Altstadt hoch über den Dächern Jaipurs speisten wir unglaublich lecker im Restaurant Ganesh; serviert werden hier typisch indische Gerichte. Wir bestellten gleich die komplette Palette und konnten natürlich nicht alles aufessen. Als Dessert gab es ein herrlich, frisches, cremiges Lassi – traditionelles Joghurtgetränk im Cafe “Lassiwala” für schlappe 20 Rp also 0,25 Cent. Unglaublich!

City Palace

Mit einem vollen Magen laufen wir Richtung City Palace, dem letzten Stop für diesen Tag. Der Palast besteht aus mehreren Gebäuden, Innenhöfen und Gärten.

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Da der Palast sehr groß ist, holen wir uns ein Audioguide und schlendern mit Stöpseln in den Ohren durch den Komplex. Allerdings konnten wir auch den Audioguide nur sehr schlecht folgen, weshalb wir jetzt einfach ein paar Bilder für uns sprechen lassen.

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Heute wollen wir die Attraktionen außerhalb von Jaipur besichtigen. Das Fort Amber liegt etwa 11 Kilometer von Jaipur entfernt und die Fahrt setzt alle bisherigen Fahrten in den Schatten. Wir wagen uns an das Experiment; Öffentliche Busse in Indien.

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Als das Klappergestell auf vier Rädern uns entgegen rollt, ahnen selbst wir als Laien: Hier fehlt etwas – die Bremse oder doch das Licht? Was genau das ist wissen wir noch nicht. Wir haben auch nicht lange Zeit darüber nachzudenken, der „Schaffner“ hängt am Trittbrett zur Hälfte aus dem Bus und scheucht uns hinein. Wir bezahlen 40 Rupia und suchen uns einen freien Sitzplatz.

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Der technische Zustand im Bus würde jedem TÜV-Prüfer drei Wochen Magenschmerzen verursachen, abgesehen davon steigen in nur kürzester Zeit Hunderte weitere Menschen hinein. Wir, die gut erzogenen jungen Leute räumen nach nur wenigen Stops unsere Sitzplätze für die alten und gebrechlichen Erwachsenen unter uns. Wir haben sichtlich Mühe uns festzuhalten, als dann aber die nächsten Hundert Menschen hinzukommen erübrigt sich das ganz wie von allein.

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Jetzt ist der Bus so voll das selbst bei psychisch, stabilen Menschen Klaustrophobie ausgelöst wird.

11 km später steigen wir schweißgebadet aus. Wir haben es überlebt!

Fort Amber

Im Morgenlicht leuchtet das aus gelbem Sandstein erbaute Amber Fort golden und wirkt wie aus einem Märchen.

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Um uns ein klein wenig wie der Maharadscha zu fühlen ging es für uns auf dem Rücken des Elefanten Richtung Sonnentor, dem Eingang des Forts.

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Der Innenhof den wir betreten, ist riesig und umwerfend. Hier wurden unter anderem Siegesparaden abgehalten, die von den königlichen Familien abgehalten wurden.

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Am Weg zum Hauptpalast entdeckten wir den Siladevi Tempel. Hier wurde bis 1980 täglich eine Ziege geopfert, die Regierung verbot dies allerdings in den 80er Jahren. Leider waren Fotos nicht erlaubt oder vielleicht auch zum Glück. Auch wir wurden im Tempel willkommen geheißen und im Anschluss mit einem Tilaka gesegnet.

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Wir schlendern durch atemberaubende Innenhöfe, die ganz im Mogul-Stil errichtet wurden. Laufen durch prächtige Räume aus Spiegeln, Glasmosaiken und schönen Fresken geschmückt.

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Von den Festungsmauern des Forts genießen wir einen traumhaften Ausblick auf das Tal, den Maota See und den Moghul Garten, der in den See angelegt wurde.

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