Chinesische Mauer

„Wer nicht auf die Große Mauer gestiegen ist, ist kein wahrer Mann“ – Mao Zedong
„Wer nicht auf die Große Mauer gestiegen ist, war nicht in China“ – Manu & Mario ;)
 
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Die Große Mauer ist wirklich groß und riesig und zugleich Chinas größte architektonische Leistung.  Sie zieht sich in Form scheinbar planloser Reststücke durch die Mandschurei, durch die Provinz Lianoning, ist in der Wüste Gobi, bis sie unter dem Sand von Xinjiang ganz verschwindet. Die Mauer ist kein durchgehendes Bauwerk, der Schutzwall besteht aus isolierten Mauerabschnitten, die steile Berge und andere natürliche Barrieren einbezieht, an denen somit keine besonderen Befestigungen nötig waren, das kann man im Bild unten gut sehen.
 
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Vor über 2000 Jahren begann der Bau der „originalen“ Mauer in der Qin Dynastie. Vorher hatten regionale Könige Mauern gebaut, Qin ließ die Mauerstücke durch Hunderttausende Arbeiter, viele von ihnen waren politische Gegangene, miteinander verbinden. 
Der Kern der Mauer wurde schätzungsweise aus 180 Mio. m3 gestampftem Lehm gebaut. Der Bau zog sich über 100 Jahre und kostete einige Menschenleben. Trotz ihrer gewaltigen Größe, undurchdringlich war sie nicht, so versagte sie unterm Strich völlig.
 
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Wir wählten den Abschnitt in Badaling ca. 70km von Peking entfernt, zwar der meistfotografiert und meistbesuchte Abschnitt der Mauer, aber auch der am besten gelegene Abschnitt.
Um den „Badaling Blues“ (praktische Bustouren zur Mauer inkl. teurer Shoppingabstecher) zu meiden, entschieden wir uns gegen die Mondpreise des Hostels 270 RMB, € 33/p.P. und stellten unsere ganz eigene Tour innerhalb von GANZEN 20 min Planungszeit zusammen.
 
Am 08.12.13 war es dann endlich soweit. Mit dem täglich vom Nordbahnhof abfahrenden S-Zügen ging es dann auch schon für ganze 7 RMB, € 0,80/p.P. los. Allein das Spektakel in den Wartehallen des Bahnhofes ist diese kleine Reise wert.
In China wird nämlich nicht am Bahnsteig auf den Zug gewartet, sondern in den dafür vorgesehnen Wartehallen. Etwas schockiert kamen wir bereits eine Stunde vor Abfahrt am Bahnhof an und fanden eine Horde von Menschen vor.  Obwohl wir solche “Kuschelversammlungen” bereits aus Indien kennen, vergisst man einfach von Zeit zu Zeit, dass man sich in einem Milliardenland befindet. Alle warteten engstehend, brav und gedulig auf das Boarding Signal, als dann die Glastüren aufgingen, stürmten die kleinen Menschen Richtung Zugabteil. Etwas baff und zugegeben überfordert rannten auch wir zwei los, obwohl wir nicht so recht wussten wieso wir das taten. Im nachhinein konnten wir uns gar nicht mehr vor Lachen einkriegen,  wir rannten genauso den freien Plätzen hinterher, wie hundert anderer Chinesen, diese Situation wird uns, wie wir später erfahren werden, noch öfters durch China begleiten.
Nach exakt 80 Minuten Fahrtzeit kamen wir in Badaling an. Nachdem wir uns mit Bravur durch die Angebote der Souvenierverkäufer und einiger dubioser Ticketschalter kämpften, kamen wir nach ca. 15 Gehminuten zum richtigen Schalter. Für 45 RMB, € 5,50/p.P. durften auch wir, wie bereits Nixon, Thatcher, Reagan, Gorbatschow und die Queen dieses imposante Bauwerk bestaunen.
Trotz der Kälte und der Anstrengung spazierten wir ca. 4 km in beide Richtungen. An manchen Stellen, ist die Mauer so steil, dass man glaubt man würde eine Leiter hinaufgehen. Unregelmäßig geformte Stufen, teilweise so breit, dass kaum ein Fuss Platz findet.
 
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Der Mytos, die Mauer sei als einziges menschliches Bauwerk vom Weltraum aus sichtbar, stimmt natürlich nicht, ebenso kann man sie vom Mond aus nicht bestaunen.
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