Xi’an und die Terrakotta Armee

Nachdem das Hostel in Peking Bearbeitungskosten von 20 RMB pro Zugticket verlangte, entschlossen wir uns kurzerhand alleine den Hauptbahnhof zu suchen, um unsere Tickets für die Weiterfahrt nach Xian zu besorgen.
Hinsichtlich der englischen Sprache, wurden wir in Indien doch sehr verwöhnt, da wir bereits im Vorfeld wussten, dass kaum ein Chinese Englisch spricht, haben wir uns unser Ziel, Datum, und Klasse im Vorfeld von der Hostelrezeption auf chinesisch schreiben lassen, desweiteren konnten wir bis jetzt nur erahnen, wie sich ein Analphabet fühlen muss, obwohl Peking unzählige internationale Touristen anlockt, ist die Orientierung am Bahnhof gleich null, bis auf die Zahlen haben wir leider nichts entziffern können und auf die Hilfe der Locals konnten wir auch nicht zählen, so liefen wir vom Schalter zu Schalter immer mit dem Wort „English“ bewaffnet ;).
Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten, bekamen wir schlussendlich unsere Hard Sleeper Tickets für 288 RMB, € 35/p.P. und eine 14 Stunden Nachfahrt über stolze 1100 km. Bislang unsere längste Zugfahrt, die wir uns mit UNO spielen verkürzten, unser Souvenir aus Indien ;), sowie einem doch erholsamen Schlaf.
 
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Um 5 Uhr morgens begrüßten uns zwei Terrakotta Soldaten die vor unserem Hostel Han Tan Inn (6er Dorm für 49 RMB, € 6/p.P.) standen. Nachdem wir dem Taxifahrer, der unsere Müdigkeit scharmlos ausgenutzt hatte und uns das 5-fache vom Normalpreis für ca. 2 km verrechnet hat, bezahlten, fielen wir todmüde in die Federn.Da Xian nicht wirklich reich an Sehenswürdigkeiten ist, blieben wir nur 3 Tage, völlig ausreichend, wie wir finden.

Terrakotta Armee

Vom UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und einer der berühmtesten archäologischen Funde der Welt.
 
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2000 Jahre wachen die Soldaten schon, bereit für den ersten Kaiser Chinas in den Kampf zu ziehen. Eine Armee aus Tausenden lebensgroßen Soldaten, schweigend bewachen sie die Seele des Kaisers, der China einte.
Ob Qin Shihuandi befürchtete, die besiegten Geister im Jenseits wieder zu treffen oder erwartete er die Regentschaft setze sich ihm dort fort. Wie auch immer, die Entdeckung der Kriegerarmee war nichts als ein glücklicher Zufall. 1974 gruben Bauern einen neuen Brunnen für die Bewässerung der Felder und stießen auf eine unterirdische Höhle mit Tausenden Soldaten und Pferden in schlachtbereiter Aufstellung.
Mit 120 RMB, € 14/p.P. war das der bislang teuerste Eintritt auf unserer Reise, aber es hat sich gelohnt, ebenso die zurückgelegten 1100 km. Es ist faszinierend in die Gesichter der einzelnen Soldaten zu schauen. Keins gleicht dem anderen, wenn man lang genug guckt, erzählen sie dir eine Geschichte ;). Reisen in der Nebensaison kann bis auf den zugegeben sehr großen Nachteil der Kälte, auch seine Vorteile haben, so müssen wir nirgends am Schalter Schlange stehen, man kann sich voll und ganz bei der Besichtigung entspannen, kaum eine Sehenswürdigkeit ist überlaufen, anders als in Indien müssen wir nicht mit den Locals, um gut positionierte Fotos „kämpfen“.
 
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Stadtmauer Xian

Xian gehört zu den wenigen chinesischen Städten die ihre historisch Stadtmauer erhalten haben, und noch immer pflegen. Mit Fahrrädern fuhren wir die 14 km lange Strecke ab, wäre der Wind nur nicht so eisig gewesen, hätten wir wahrscheinlich noch mehr Spaß, als sonst gehabt.
 
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Mario besuchte auch zum ersten Mal den Frisör (40 RMB, € 5) mit Händen und Füßen hat die Verständigung dann geklappt ;), wie wir finden ganz akzeptabel!
 
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Nachdem uns der Australier Lio von der Ganspagode mit ihren leuchtenden Fontänen erzählte, schlossen wir uns ihm kurzerhand an und besuchten zu Dritt dieses kleine Spektakel. Jeden Abend pünktlich um 20:30 schießt das Wasser passend zur Musik bis zu 60 m hoch und 20 m weit aus den Düsen. Was das Ganze so eindrucksvoll macht ist das Zusammenspiel vom Sound, Licht, Wasser und die Farben der Fontänen.
 
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Das Muslimische Viertel

Unweit des Glockenturms entdeckten wir die Heimat der Hui-Gemeinde (chinesische Muslime). Metzger, Sesamölfabriken, hinter riesgen Holztüren versteckte Moscheen, Männer mit weißen Schädelkappen und buten Schals, verschleierte Frauen, Bazare und kleine Restaurants prägen diese kleinen Gassen. Da das Auge bekanntlich mit isst und wir bislang nicht so experimentierfreudig waren, blieb es nur beim Flanieren.
 
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Auf dem Weg zum Hostel entdeckten wir auch einen Weihnachtsmarkt, wo wir prompt Halt machten. Zwischen den unzähligen Luxusständen, fanden wir auch eine deutsche Hütte mit Würstchen und Glühwein die wir natürlich gleich ausprobierten. Obwohl sich die Chinesen unglaublich viel Mühe mit dem Weihnachtsschmuck und den ständig auf und ab spielenden Weihnachtsliedern geben, die typische Weihnachtsstimmung kommt leider nicht auf, der Glühwein war trotzdem sehr lecker in diesem Sinne PROST und FROHE WEIHNACHTEN aus Thailand ;).
 
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